Affentheater

Am letzten Augustwochenende ging es wieder einmal ins schöne Thüringen. Mein Neffe Marvin kam in die Schule und wir waren zur Einschulungsfeier am Samstag eingeladen. Tina hat derzeit Urlaub und so haben wir nicht lange überlegt und beschlossen, am Freitag schon zu fahren. So ersparten wir uns die doch recht lange Fahrt am Samstag und konnten stattdessen den Vormittag für ein wenig Sightseeing nutzen.

Der erste Gedanke war, die Einhornhöhle zu besuchen, die wir im Februar entdeckt haben. Eine Woche vor der Fahrt erinnerte ich mich jedoch, dass es ganz in der Nähe von Nordhausen den Straußberger Affenwald gibt. Mitten im Harzvorland liegt ein kleiner Wildlife-Park in dem man Berberaffen, Schwarzweiße Varis und Kattas in freier Wildbahn begegnen kann. Das versprach tolle Fotomotive für unsere neuen Lumias.

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Nach einer weiteren Nacht einem guten Frühstück in „unserer“ Pension Harztor (wir hatten sie wieder für uns allein) machten wir uns gegen halb elf auf nach Straußberg und fanden den Affenwald auch ohne Probleme. Eine Sommerrodelbahn gibt es auch auf dem Gelände, doch da Tina mit einem steifen Hals zu kämpfen hatte, hoben wir uns eine Fahrt damit für einen der nächsten Besuche auf. Das Wetter war, wie wir es von den meisten unserer Entdeckertouren gewöhnt sind, wieder einmal herrlich. Die Sonne begleitete uns auf unserer Safari zu den Affen, die in zwei Gehegen in einem sehr bergigen Gelände leben.

Das Gelände stellte dann auch schon eine kleine Herausforderung dar. Zwar hatten wir uns erkundigt, ob die Strecke von ihrer Länge her für mich zu schaffen ist, an die Steigungen und notwendigen Kraxeleien haben wir aber nicht gedacht. Und so wurden wir schon, nach dem sich das Tor zum Reich der Berberaffen hinter uns schloss, vom noch lehmig feuchtem Boden überrascht, der uns schon ein wenig grübeln ließ. Würde ich es mit der Krücke schaffen, die Steigungen auf diesem Untergrund zu bewältigen? Egal, nun waren wir drin und die Affen ganz nah und umkehren wollte ich auch nicht mehr. Und schon nach dem ersten Anstieg waren alle Bedenken verflogen.

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Nur 20-30 m entfernt von uns befand sich eine Futterstelle, an der einer der größeren  Berberaffen wohl gerade Küchendienst hatte und Früchte und Gemüse sortierte durchsuchte und einer eingehenden Prüfung unterzog. Wir beobachteten ihn aus der Entfernung, während im Hintergrund junge Äffchen durch die Bäume und Büsche tobten.

Nach einer weiteren Steigung war das schwierigste Stück Weg auch schon geschafft und hinter einem kurzen Waldweg wartete schon das erste Highlight auf uns. Um und auf einem Holzhaus und einem kleinen Kletterpark tummelte sich ein Großteil der Affen und fasziniert beobachteten wir die Tiere, die zum greifen nah vor uns spielten, aßen und in der Sonne dösten.

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Besonders die kleinen Äffchen hatten es uns auch hier angetan. Sie tollten über das Klettergerüst, durch die Büsche und zwischendurch suchten sie die kuschlige Nähe der Großen. Für uns zwei Fotobegeisterte fanden sich natürlich eine Menge schöne Motive, zumal sich auf der anderen Seite des Weges ein herrlicher Blick ins Tal bot, den auch einige der Tiere durchaus zu genießen schienen.

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Wir hätten Stunden dort verweilen können, aber auf uns warteten ja noch die anderen Bewohner des Waldes. Wir verließen das Königreich der Berberaffen und gelangten nach einem kleinen Waldspaziergang entlang der Sommerrodelbahn zum Hochland der Lemuren, wo die Schwarzweißen Varis und Kattas zuhause sind.

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Und gleich am Eingang des Geheges wartete, wie zur Begrüßung, ein Varis auf uns. Neugierig musterte er uns (und wir ihn) und nach dem er auch noch meine Krücke einer kurzen Prüfung unterzogen hatte, ging es für ihn auf Futtersuche und für uns weiter des Weges. Auf verschlungenen Wegen ging es nun auch wieder den Berg hinab. Da die Sonne den Waldboden an dieser Stelle schon getrocknet hatte, war der Abstieg auch nicht mehr so gefährlich wie der Start unserer Safari.

Hinter einer Biegung sonnte sich dann auch ein zweiter der schwarzweißen Gesellen schlummernd im Gras. Doch selbst durch Tinas Bemühungen, ihn mit einem Grashalm wach zu kitzeln, ließ er sich nicht erweichen seine Nasenspitze der Kamera entgegen zu strecken.

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Dafür warteten nur einige Meter weiter eine ganze Menge niedlicher Fotomodelle auf uns. Schon von weitem sahen wir die Kattas auf den Dächern ihrer Holzhütten zusammen kuscheln. Ob es daran lag, dass diese Lemuren ihr eigenes Fell so unheimlich flauschig und kuschlig fanden, weiß ich nicht. Jedenfalls scheint Gruppenkuscheln eine große Leidenschaft von diesen putzigen Tierchen zu sein. Einige Bänke luden ein Stück weiter zum verweilen ein und so schauten wir ihnen begeistert zu. Es dauerte auch nicht lange und die einige der Kattas kamen neugierig näher. Tina hatte auf dem Weg etwas Kohlrabi Gemüse Frucht Gesundes gefunden und so kam ein neugieriges Kerlchen mit großen Augen direkt zu ihr und … einen Moment lang verharrten beide Hand in Hand bzw. Lemurenfinger an Hand und ich drückte auf den Auslöser :)

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Diese Tiere sind einfach nur süß. Ein anderes Kerlchen nahm auch von mir noch etwas Futter an und als nach einer Weile scheinbar Fütterungszeit war, turnte bald eine ganze Gruppe von ihnen auf den Wegen und den Schultern der Besucher herum. Weitaus schüchterner saßen nur ein paar Schritte weiter zwei andere Kattas im Gras, die uns für weitere Fotos Modell standen saßen. Zusammen mit den Lemuren leben auch zwei Bennettkängurus im Gehege, die in gebührendem Abstand im Gras saßen, ehe sie kurz darauf zwischen den Bäumen verschwanden.

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Wir verbrachten gut zweieinhalb Stunden im Affenwald und hätten gut und gern noch bleiben können und wollen. Aber die Feier zur Einschulung meines Neffen wartete und so verließen wir voller schöner Eindrücke und absolut begeistert den Wald und machten uns auf den Heimweg nach Harztor. Dort wartete auch schon die reichlich gedeckte Kaffeetafel und später am Abend viele Leckereien vom Grill und aus dem Kessel auf uns und die anderen Gäste. Bei schönen Gesprächen, viel Spaß und Gesang feierten wir bis in die späten Abendstunden und erst als wir zurück in der Pension waren, spürten wir die Müdigkeit in unseren Knochen von einem ereignisreichen und schönem Tag.

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