Auf nach Dänemark ~ Teil 2

Von der Südspitze der Insel Alsen aus führte uns unser Weg nun an die Ostküste der Insel. Ca 4 km südöstlich von Fynshav liegt Blommeskobbel – ein kleiner Wald, den ich noch zwei Tage vor unserer Reise als Etappenziel ausgeguckt hatte. Auch hier führt nur ein Feldweg direkt zum Wald, der allerdings, wenn man von Süden kommt, auf der Landstraße ausgeschildert ist.

Wir parkten direkt am Waldrand auf einem kleinen Parkplatz und folgten dem Weg, der geradeaus in den Wald hineinführt. Tinas wachsames Auge erspähte am Wegesrand einige Äste, von denen sie direkt einige Zweige für kreative Basteleien „abzweigte“.

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Nach etwa 300 m erreichten wir eine Weggabelung und ein kleiner Wegweiser verriet uns, dass wir in 200 m unser Ziel erreicht haben würden. Und tatsächlich, nachdem wir dem Weg weiter folgten, sahen wir nach einer weiteren Biegung des Weges schon die ersten Dolmen.

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Hier, inmitten des kleinen Buchenwaldes befindet sich die größte Anzahl von Hünengräbern in ganz Skandinavien. Die über 5000 Jahre alten Gräber wurden zwischen 3500 und 3100 v.Chr. für die führenden Mitglieder der frühen Bauerngesellschaft errichtet.

Ein herrlich schöner Ort. Lediglich ein paar Wanderer kamen hin und wieder mal vorbei, aber die meiste Zeit waren wir allein und konnten in aller Ruhe diesen beinahe verwunschenen Ort entdecken und bestaunen.

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Die Bildergalerie am Ende des Beitrages vermittelt einen kleinen Eindruck davon, wie schön es dort war :-)

Nach dem wir durch den angenehm kühlen Wald wieder zurück zum Auto gelangten war das nächste Ziel nicht mehr weit. Die Mühle von Elstrup ist eine unter Denkmalschutz stehende, achteckige Mühle die ganz aus Holz ist. Sie ist die einzige ihrer Art, die in Dänemark übrig geblieben ist. Die Mühle war bis 1969 in Betrieb und ist heute ein Museum.

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Man erreicht sie, wenn man von Fynshav aus dem Fynshavvej folgt. Zugegeben, urig sieht sie ja aus, aber nachdem wir sahen, dass der Mühle mittlerweile die Mühlenflügel fehlten, stoppten wir hier nur kurz, um einige Fotos zu machen. Eine Windmühle ohne Windmühlenflügel ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

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So fuhren wir weiter und kamen nach kurzer Zeit an die Kreuzung Fynshavvej / Nordborgvej, wo Europas höchste Sonnenuhr steht, die die Zeit mit einer Genauigkeit von +/- 2 Minuten anzeigt. Sie ist 12,08 m hoch und auf einer Anlage mit 28 m Durchmesser platziert. Optisch gehört sie sicherlich nicht zu den schönsten Sonnenuhren, aber faszinierend ist sie schon irgendwie.

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Blickt man von der Sonnenuhr schräg über den Nordborgvej, so sieht man die Kirche von Egen mit ihren Kirchenställen, die zu den schönsten und besterhaltenen in Dänemark zählen. Da es aber schon spät war und wir noch weiter gen Norden wollten, hoben wir uns die Besichtigung der Kirche für unsere nächste Reise nach Alsen auf. Stattdessen fuhren wir nun nach Nordborg, dem letzten Ziel unserer Reise.

Den Besuch des örtlichen ALDI-Marktes hatten wir uns fest vorgenommen. Hier kauften wir uns als schnuckriges Souvenir einige leckere dänische Brötchen. Auf dem Weg zum Strand machten wir kurz Halt bei Knud, der direkt am Strand ein kleines uriges Ferienhaus besitzt, in dem ich vor einigen Jahren schon öfters urlaubte.

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Leider vermietet er es derzeit nicht, da er plant, es etwas umfangreicher zu renovieren. Aber er machte uns Hoffnung, dass er vielleicht in diesem Winter damit beginnen wird, wenn er denn die Baugenehmigung der dänischen Behörden erhält. Wir drücken ihm, nicht ganz uneigennützig die Daumen :-)

Zum Abschluss unserer Reise wollten wir eigentlich am Strand von Koebingsmark entspannen und vielleicht auch eine Runde Backgammon spielen. Leider jedoch ist der Strand jetzt um diese Jahreszeit von Blaualgen heimgesucht worden, die nicht nur unschön aussahen, sondern auch noch nicht gerade angenehm müffelten. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, auf dem kleinen Badesteg ein wenig Seele und Füße baumeln zu lassen.

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Der Strand bekam wohl in diesem Jahr einen völlig neuen Badesteg spendiert, was ich persönlich etwas schade fand. Schick sieht er ja aus. Aber im Vergleich zum alten Badesteg, der auf dem Wasser schwamm und herrlich bei jedem Schritt schaukelte, thront der neue Steg ziemlich hoch über dem Wasser, so dass wir leider nicht die Füße im Wasser abkühlen konnten. Was aber vielleicht die Krabben gefreut haben wird, die sich so ungestört unter uns im Wasser tummelten.

Ein letzter Kaffee auf dem Campingplatz in Koebingsmark blieb uns leider verwehrt und so machten wir uns auf die Rückreise. Einen ganzen Tag waren wir in Dänemark unterwegs und haben viele wunderschöne Orte besucht. So langsam spürten wir auch die Müdigkeit, aber wir verließen Gähn-emark Dänemark mit vielen schönen Eindrücken und auch etwas Beute im Gepäck. Reisen macht hungrig – und so hielten wir, nachdem wir Deutschland wieder erreicht hatten am Autohof beim Skandinavienpark. Das Angebot dort im Bistro klang lecker und die Speisen wurden frisch zubereitet. Zum Glück erkundigten wir uns vor der Bestellung nach der Größe des „Riesen-Cheeseburger“ und beschlossen, uns einen zu teilen. Zwei davon hätten wir mit Sicherheit niemals geschafft, zumal auch noch eine recht ordentliche Portion Pommes dabei war :-)

Gut gesättigt, ziemlich geschafft, aber rundum glücklich kamen wir gegen halb elf wieder Zuhause an.

Und hier nun noch ein paar kleine Bildergalerien:

Blommeskobbel

Elstrup-Mühle

Die Sonnenuhr bei Guderup

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