Auf nach Dänemark ~ Teil 1

Vorfreude

Schon vor mehr als einer Woche, als feststand, dass Tina den Samstag des Pfingstwochenendes frei haben würde, beschlossen wir, diesen Tag zu nutzen um einen Ausflug nach Dänemark zu machen.

Der Wetterbericht sagte traumhaftes Wetter voraus – optimale Voraussetzungen also für eine kleine Reise ins Nachbarland. Ziel der Reise sollte die Insel Alsen (Als) in Südjütland werden. Eine ganze Woche lang fieberten wir dem Samstag entgegen und beinahe jeden Tag plante ich unseren Ausflug und suchte nach schönen Zielen. Drei Jahre ist es her, seit ich das letzte Mal auf Alsen war und so kannte ich den Norden der Insel schon ein klein wenig.

Reiseroute

Reiseroute

Das erste Etappenziel unserer Reise war schnell gefunden und von Anfang an fest gesetzt. Das Papiermuseum in Grâsten. Ich war vor einigen Jahren schon einmal da – empfohlen hatte es mir meine Mutter – und ich wusste, es würde meinem kreativen Schatz dort gefallen. Seit dem Tag, als ich Tina davon erzählte hibbelte sie unserem Reisestart entgegen und so ein klitzeklein wenig hatte ich ja schon Sorge, dass ich sie dort so schnell nicht mehr herausbekommen würde, wenn sie erstmal in diesem Tempel der kreativen Papierkünste wäre :D  Dabei hatte ich mittlerweile noch einige andere schöne Orte gefunden, die wir auf unserer Rundreise ansteuern wollten. Neben dem zweiten fest geplanten Ziel, dem Strand in Koebingsmark im Norden der Insel, waren das der Leuchtturm auf Kegnaes, das Wäldchen Blommeskobbel im Osten der Insel, die Mühle in Elstrup, Europas höchste Sonnenuhr und die Kirche und die Kirchenställe in Egen. Wir hatten also einiges vor an diesem Tag :-)

Reise, Reise

Als dann der Tag unserer Reise gekommen war, machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein morgens auf den Weg. Über Kiel, Rendsburg und Flensburg ging es ins 125 km entfernte Grâsten, wo im Bomhusvej das Papiermuseum auf uns wartete.

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Der Begriff Papiermuseum täuscht etwas. Auf einer Fläche von 800 m² gibt es hier nicht nur wunderschöne kreative Arbeiten aus Papier zu bestaunen; man kann hier auch Papiere und die passenden „Werkzeuge“ kaufen, um sich zuhause kreativ auszutoben und selbst an all den hier geholten Inspirationen zu versuchen.

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Aufgebaut wie ein kleines Dorf findet man in jedem der Häuschen im Innern der Halle Ideen und Papierkreationen zu einem anderen Thema. Sehr schön war, dass der Laden nicht überlaufen war, so dass wir in Ruhe schauen und staunen konnten. Auch die Tatsache, dass an diesem Tag nur eine Mitarbeiterin den Laden führte sorgte nicht für Hektik, sondern wir konnten nach dem Einkaufsbummel noch ganz gemütlich einen Kaffee genießen ohne, dass wir das Gefühl hatten, damit den Ablauf zu stören. Ein schönes Papierparadies, in dem es zudem noch sehr leckeren Kaffee gibt… wir waren mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort :-)

Unserem zweiten Etappenziel an diesem Tag hibbelte ich schon tagelang entgegen. Es gibt so einige Dinge, die mich schon seit meiner Kindheit faszinieren und Leuchttürme gehören definitiv dazu. Als ich bei meiner Suche nach Ausflugszielen dann vom Leuchtturm von Kegnaes (Kegnaes Fyr) las und davon, dass man diesen in den Sommermonaten auch besichtigen kann war klar, dass wir dorthin mussten.

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Leuchtturm von Kegnaes

Die Halbinsel Kegnaes ist mit der Insel Alsen lediglich durch einen ca. 700 m langen schmalen Damm verbunden. Der 1896 erbaute Leuchtturm liegt direkt hinter dem Damm und ist von diesem aus schon zu sehen. Und trotzdem sind wir an der kleinen schmalen Einfahrt dorthin erstmal vorbei gefahren. Nutzt man ein Navi sollte man unbedingt bei der Routenplanung auch unbefestigte Straßen zulassen, denn nur ein kleiner Weg führt hinauf zum Gelände, auf dem neben dem Leuchtturm noch eine Wetterstation und ein kleiner Beobachtungsposten des dänischen Militärs untergebracht ist.  Wir parkten direkt am Leuchtturm und fast sah es so aus, als wäre der Turm geschlossen. Keine Menschenseele war zu sehen und auch so sah die kleine Tür rechts recht verschlossen aus. Das kleine Eingangsportal des Leuchtturms befindet sich jedoch links und … welch Freude … die Tür war offen :-)

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Im Innern des Leuchtturms erwartet den Besucher ein kleines Tischchen mit einem Gästebuch, sowie neben der Treppe eine kleine Geldkassette, in die man das Eintrittsgeld in Höhe von derzeit 10 dkr wirft. Nachdem wir uns von einem Teil unserer mitgebrachten Dänischen Kronen getrennt hatten machten wir uns an den Aufstieg. Etage um Etage erklommen wir so und standen zuletzt vor einer kleinen wendeligen und steilen Metalltreppe an deren Ende … es scheinbar nicht weiter ging. Links eine Tür mit einem Schild, welches den Eintritt untersagte und ein kleiner Pfeil und rechts … keine Tür. Leidiglich eine fenstergroße metallene Luke. Sollte es das schon gewesen sein? Wo blieb der wunderschöne Ausblick, von dem die vorherigen Besucher unten im Gästebuch so geschwärmt haben? Vorsichtig versuchten wir unser Glück und siehe da… die Luke ließ sich öffnen und wir stiegen krochen hinaus ins Freie.

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Es war herrlich. Von dort oben hat man einen wirklich wunderschönen Blick nach Broagerland, Deutschland, die Südfünischen Inseln, Ærø und Langeland. Und das tolle daran war… wir hatten diesen traumhaften Ausblick ganz für uns alleine. Vielleicht lag es an der versteckten Zufahrt, vielleicht daran, dass meisten Leute bei diesem Wetter lieber am Strand lagen… lediglich einmal parkte unten ein Wagen mit Stadtschinken Touristen, die, falls sie auf den Turm wollten, dies spätestens dann unterließen, als Madame beim Ausstieg aus dem Auto der Riemen ihres FlipFlops riss. Amüsiert betrachteten wir all das in luftiger Höhe und genossen die Zweisamkeit an diesem Ort.

Nach dem wir die 65 Stufen wieder hinab gestiegen waren, trugen auch wir uns noch dankbar ins Gästebuch ein und erkundeten noch ein wenig die Umgebung des Leuchtturms. Von einer kleinen Bank unter Eichen genossen wir den Blick aufs Meer, schwärmten und ließen die Seele noch ein wenig baumeln.

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Von hier oben aus führt ein kleiner Pfad hinunter zum Meer, den wir aber nicht mehr entlang spazierten, weil die nächsten Stationen unserer Reise auf uns wartete. Der Osten und Norden der Insel Alsen. Bevor es jedoch dorthin ging, genossen wir noch eine kleine Kaffeepause direkt hinter dem Damm. Auch dort, an einem kleinen Restaurant an einem Campingplatz schmeckte der Kaffee einfach klasse.

Weiter geht’s in Teil 2 unseres Reiseberichtes.

Ein paar Daten zum Leuchtturm:
Bauwerkshöhe 18 m,
Feuerhöhe 32 m
Tragweite weiß 12 sm – rot 9 sm – grün 9 sm

 

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