Leinen los

santiano00Auf diesen Abend haben wir uns schon lange gefreut. Die Santiano ankerte in Kiel und wir waren dabei. Schon im letzten Mai hatten wir die Karten gekauft und fieberten dem Konzert entgegen. Endlich war der Abend da und wir machten uns auf den Weg nach Kiel.

Wir waren allerdings ein wenig zu optimistisch, was die Parkplatzfindung an der Sparkassen-Arena angeht. Die Parkplätze und Häuser rund um die Arena waren allesamt belegt und so drehten wir immer größere Runden bis wir dann – 5-10 Minuten vor Konzertbeginn – endlich einen Parkplatz fanden, der auch noch recht weit entfernt lag.

santiano01

So kamen wir zwei Entspannungskünstler doch ein wenig gestresst an der Halle an. Wir waren mit die letzten, es war mittlerweile schon nach 20 Uhr und so wollten wir uns direkt am Eingang nach dem schnellsten Weg zu unseren Plätzen erkundigen, was dazu führte, dass uns mehrere Ordner wie bei einem Staffellauf in die Halle und an unseren Platz führten. Schließlich wies man uns andere Plätze als die eigentlich gedachten zu, was daran lag, dass im Gang zwischen dem Innenraum und dem 1. Rang ein Kameramann stand. Von unseren eigentlichen Plätzen hätten wir eine schlechte Sicht gehabt und so kamen wir sogar noch etwas näher an die Bühne heran :-)

santiano02Wir hatten Glück. Zwar haben wir den ersten Auftritt von Oonagh verpasst, aber das Konzert hatte noch nicht begonnen. Und, es war der wirklich ein großartiges Erlebnis! Zwischen „Gott muss ein Seemann sein“ und „Hoch im Norden“ lagen am Ende mehr als zwei Stunden eines tollen Konzertes. Wieviel Spaß Santiano auf der Bühne hatte, merkte man ihnen in jeder Minute an und auch das Publikum in der mit 7.500 Zuschauern besetzten Halle kam voll auf seine Kosten. Neben den schon bekannten Stücken sangen Santiano zusammen mit Oonagh  noch zwei Duette und stellten dem Publikum ihre beiden Songs für den Vorentscheid zum diesjährigen ESC (13.03. in Köln) vor.

 

 

Auf der Spur…

mystisch

Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall. Doch wir müssen dafür bereit und offen sein.
(Dr. Ebo Rau)

Manchmal braucht es Glück, um schöne Orte zu entdecken, von deren Existenz man vorher gar nichts ahnte. Glück, wie wir es auf unserer letzten Reise hatten. Genau genommen stand unsere Reise nach Thüringen, zum 70. Geburtstag meines Stiefvaters, ganz im Zeichen des Glücks, denn wäre nicht alles so geschehen, wie es geschah, dann hätten wir vielleicht nie diesen verwunschenen Ort inmitten des Harzes besucht.

Wenn Tina die Reise nicht im letzten Augenblick doch hätte mit antreten können, dann wäre mir der Hinweis sicherlich nie und nimmer aufgefallen. Ebenso wenn wir in der Dunkelheit nicht mit 30 km/h durch die kleine verschlafene Harzgemeinde hätten fahren müssen (und ich mich nicht daran gehalten hätte). Und erst recht nicht, wenn wir uns diesmal nicht für eben jene kürzere Strecke durch den Harz entschieden hätten. So aber kam alles, wie es wohl kommen sollte. Wir waren am frühen Nachmittag im hohen Norden gestartet, mittlerweile war die Dunkelheit schon hereingebrochen und wir fuhren durch Scharzfeld, als Tina den kleinen Wegweiser am Straßenrand erblickte.

„Einhornhöhle“ stand darauf und uns war klar, dass wir auf der Rückfahrt hierher zurückkommen und den Spuren unbedingt folgen würden. Soviel schon hatten wir zwischenzeitlich von Daniel, unserem österreichischem Freund und geschätzten Einhorn-Experten über Herkunft, Leben und die Geheimnisse der Einhörner erfahren. Und so machten wir uns dann, nach einem wunderschönen Abend in Nordhausen, tags darauf auf die Suche. Der Ort war schnell wiedergefunden, doch ein klein wenig mussten wir suchen, ehe wir den kleinen Weg fanden, der uns hinauf in den Wald führte, wo sie verborgen liegt.

einhornhoehle000Die „Einhornhöhle“ in Herzberg am Harz. Da hatten wir schon soviel durch Daniel von Ihnen erfahren. Dachten, dass sie nur in österreichischen Gefilden leben und für unsere Augen (lt. Auskunft des Experten Daniel W.) nicht sichtbar sind und dann eine solche Entdeckung. Mitten in Deutschland. Eine Sensation, von der wir natürlich gleich ins Nachbarland berichten mussten.

einhornhoehle004a

Zugegeben, ein Einhorn haben wir diesmal nicht zu Gesicht bekommen. Dazu waren wir zu früh unterwegs, halten die Tiere doch bis Anfang April ihren Winterschlaf. Aber wir haben uns fest vorgenommen, im Sommer noch einmal die Harzer Wälder zu besuchen und dann auch zur Höhle zu wandern. Stören werden wir die Tiere dann sicherlich nicht, die dann, wenn man der Aussage des Experten Glauben schenkt, durch Österreich streifen und sich vor den Touristen verstecken :-)

Hier noch ein paar kleine Eindrücke von unserer kleinen Entdeckungstour:

Rosige Überraschung

rosenpost03Nach langer, langer Zeit verbrachte ich wieder ein Wochenende in Bonn. Nicht gern, aber die Vernunft und der durch den Umzug eng gesteckte Zeitplan, sorgten dafür, dass ich dieses Wochenende fleißig sein und die Wohnung weiter für den Umzug ausmisten wollte. Am Mittwoch geht es ja schon wieder nach Hause.

Also bin ich recht früh aufgestanden und nach einem ausgiebigen Telefonat mit meinem Schatz ging es ans Werk. Ok, zuerst einmal gab’s noch einen Kaffee zur Motivation, aber dann sollte es losgehen. Doch ein Schellen an der Türe unterbrach meinen fast schon geweckten Tatendrang.

‚Die Nachbarn, was wollen die denn?‘ war mein erster Gedanke, als ich zur Wohnungstüre ging. Doch es stand kein Nachbar davor und so ließ ich die Haustüre aufsummen.

„Herr Tillmann?“

„Ja?“

„Ein Päckchen für Sie! Ich leg es hier auf die Treppe.“

Ein Päckchen? Für mich? Und während ich den Schlüssel schnappte und die paar Stufen nach unten stieg (der Postbote hat es wohl eilig gehabt), überlegte ich und kramte in meinen Gedanken, wann ich wohl etwas bestellt hätte. Und vor allem, was? Auf dem Treppenabsatz lag ein längliches weißes Päckchen und ein kurzer Blick auf den Aufkleber ließ ein Lächeln über meine Lippen huschen. Es kam von meinem Schatz! :-)

Auf dem Balkon öffnete ich es dann vorsichtig und … strahlte mit der Morgensonne um die Wette.

rosenpost02Ich kann mich garnicht mehr erinnern, wann mich das letzte Mal ein Mensch so so so zauberhaft überrascht hat.

Danke, mein Engel! Du bist der wundervollste Mensch auf der Welt und ich bin so unendlich glücklich, dass wir uns gefunden haben!

rosenpost01

rosenpost04

Sanifaire Erlebnisparcours

sanifair02

Woche für Woche fahre ich – meist an Frei- und Sonntagen – über die Autobahnen. Mittlerweile könnte ich die 550 km auch ohne größere oder kleinere Pausen schaffen. Wenn dann aber doch einmal der Kaffee treibt, bin ich froh, dass es entlang der Autobahnen nicht nur siffige WC-Häuschen auf langweiligen Parkplätzen gibt.

An beinahe jeder Tankstelle und jedem Rasthof wartet ein Drehkreuz, hinter dem nach Einwurf von nur 70 Cent die sanitären Erlebniswelten der Firma Sanifair auf einen warten.

Ich weiß noch, wie ich vor vielen Jahren das erste Mal fasziniert vor diesem Segen der Technik stand und zuschaute, wie nach dem Betätigen der Spülung ein automatischer Arm aus dem Spülkasten auftauchte, sich auf die Klobrille schob und diese reinigte, während sie sich surrend einmal vollständig im Kreis drehte und am Spülkasten lichtorgelgleich Leuchtdioden blinkten. Die Technik hat sich mittlerweile etwas verändert. Die Lichtorgeln sind weitestgehend verschwunden und einem schlichteren Ambiente gewichen, aber der Arm verrichtet noch immer schweigend seine reinigende Tätigkeit zum surrenden Klang der sich drehenden Brille. Allerdings scheint Sanifair auch das Programm seiner automatischen Helferlein etwas verändert zu haben, so dass das Reinigen der Brille nun vollautomatisch geschieht und ohne, dass man diesem Wunderwerk der Technik durch einen Wink den Startschuss geben muss. Es reicht, sich nach erledigtem Geschäft zu erheben und schon beginnt das Prozedere.

Doch der Fortschritt bringt nicht nur Segen, sondern an ihm haftet auch der Fluch – in diesem Falle haftet der Fluch als Hinterlassenschaft des „Vor-Sitzenden“ noch weitestgehend an der Keramik. Getreu dem Motto: „Schau nach vorn und nie zurück!“ wird die Kabine wohl mit der Gewissheit verlassen, dass das Klo sich von alleine reinigt und niemanden scheint es zu irritieren, dass kein Rauschen der Spülung den eigenen Abgang begleitet. Klar, man könnte die Kabine links liegen lassen und sein Glück in einer anderen versuchen. Aber „was soll’s“, denkt sich der patente Mann, gibt dem Sensor an der Wand einen Wink und … wuschhhh … ist das Problem gelöst.

Dumm nur, dass durch den Wink nicht nur die Spülung zu arbeiten beginnt, sondern auch die restliche Reinigungsprozedur inkl. rotierender Klobrille. Wäre ja gar nicht so schlimm, wenn nicht die Brille von der Reinigung kurz zuvor nicht nur strahlen würde. Nein…! Sie ist frisch greinigt, aber kaum getrocknet… MOAH! Beim letzten Mal hielt ich mich für besonders clever. Ich erinnerte mich noch rechtzeitig daran und dachte mir, ‚kein Problem, die Zeit hast Du auch noch‘, bewaffnete mich mit einigen Blättern Toilettenpapier um die Brille zu trocknen.

Und … hier schließt sich der Kreis, bzw. hier beginnt der Kreislauf des vollautomatischen Sanifair-Erlebnisparcours erneut. Denn kaum war ich fertig damit, stellte ich mit Schrecken fest, dass sich der Reinigungsarm wieder in Bewegung setzte, da diese Technik offenbar nicht zwischen Hand und Hintern unterscheiden kann.

Um es kurz zu machen … ich war schnell genug und froh, dass die Kraft der Brille nicht ausreichte, mich Karussell fahren zu lassen. Dafür rotierte sie später allein weiter, während der nun wohl beleidigte Reinigungsarm schmollte und sich nicht mehr blicken ließ.

Liebe Leute von Sanifair! Wäre es wohl möglich, dass ihr an den Abläufen in Euren Erlebniswelten noch ein wenig schraubt? Alternativ wäre es vielleicht möglich, dass Ihr einfach das Audioprogramm etwas umprogrammiert. Wär doch eine witzige Idee, wenn die „Herrrrrzlich Willkommen bei Sanifair-„Dame aus dem Off einfach jedem gedankenlosen Besucher ein „Magst Du nicht spülen, Ferkelchen“ mit auf den Weg gibt.